• S. Marzian

Amüsante Tatsachen


Kinder sind seltsame Wesen. Das ist allen von dem Tag an bewusst, an dem sie Eltern werden. Gestern hatten wir aber eine so seltsame Begebenheit, dass ich vor Fassungslosigkeit darüber reden muss: Der Sohn und seine Cousine gehen in den Pool und haben offensichtlich Spaß daran und dabei. Soweit so gut. Die Erwachsenen sitzen bei der Schwiegermutter nebenan auf der Terrasse und hören sie quieken und das Wasser platschen. Nach einer Weile - man will ja seinen elterlichen Betreuungspflichten nachkommen - gehe ich rüber und finde sie im Wohnzimmer.

Ich: Was macht Ihr denn schon wieder hier drin? Geht raus auf die Wiese oder in den Pool! Kinder: Da waren wir doch schon.

Es drängt sich mir der Gedanke von der schnelllebigen medialen Welt auf, in der nur das von kurzer Dauer interessant ist, was neu und noch nicht ausprobiert.

Ich: Ihr dürft einfach noch mal in den Pool gehen! (Sarkasmus lässt grüßen)

Kinder: JAAAAAAAAAA!!!!!

Daber reißen sie die Arme in die Luft, hüpfen auf der Couch herum, stürmen dann nach draußen und springen in den Pool.

Ich stehe noch einige Momente sprachlos im Wohnzimmer herum. Später erzähle ich von dieser skurrilen Szene und wir machen spontan ein Spiel daraus.

Der Reihe nach sagen wir Sachen wie: Ihr dürft die Spülmaschine ausräumen! oder Ihr dürft heute Abend die Blumen in beiden Gärten und auf dem Dach mit dem Schlauch bewässern!

Und jedes Mal reißen dann alle die Arme in die Höhe und rufen: JAAAAAAAAAAA!!!!!

Ein weitere amüsante Tatsache an diesem Nachmittag: Der Mann hat einen neuen Hut. Er ist aus Stroh geflochten mit feinen Löchern für die Kopfbelüftung. Ein schwarzes Stoffband rundum ist mit weißem Karomuster bestickt. Kubanisch, war mein erster Gedanke. Hätte ich eine gehabt, ich hätte ihm eine Zigarre gereicht und wäre ihm aus dem Weg gegangen. Einem Mafia-Boss geht man besser aus dem Weg.

Heute trägt der Mann zum Hut ein dunkelblau-weiß gestreiftes T-Shirt und sieht gar nicht mehr wie ein Mafiosi aus, sondern viel mehr wie Giovanni, der Gondoliero. O sole mio.


Und noch ein Aufreger zum Schluss: In NRW startet am Mittwoch der Unterricht wieder. Am Freitag erhielten wir eine umfangreiche Informationsmail der Rektorin des Sohnes, in der es hieß, dass sie den Wetterbericht von Montag abwarten wolle, um darauf hin mit der angrenzenden Realschule abzusprechen, ob von Mittwoch bis Freitag Hitzefrei sein solle. Eine Verlängerung der Sommerferien ist ja ganz nett. Sie hat dabei primär und netterweise an die Schüler gedacht, die in überhitzten Räumen mit Maske "eingehen" würden.

ABER: Der Unterrichtsstoff, der dadurch ausfallen würde, würde dann in Form von Aufgaben auf der Lernplattform bereit gestellt werden.

Hitzefrei ist doch bei Temperaturen über 30° ganz klar gleichbedeutend mit verminderter Leistungsfähigkeit und steht für mich fest: keine Hausaufgaben.

Außerdem wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anfangs wieder Situationen wie diese geben:

Der Sohn soll sich ein Lernvideo ansehen, das die Lehrerin nicht hochladen kann. Weil sie einfach nicht fähig dazu ist. Ob es an der fehlenden Technik oder an der Person vor dem Computer liegt? Man weiß es nicht.

Oder auch schön: Der Sohn soll Aufgaben in einem Buch erledigen. Schwierig nur, wenn er das Buch noch nicht ausgehändigt bekommen hat. Er war ja noch nicht wieder in der Schule.

Wie man es dreht und wendet, es bleibt ein Spaß und es fehlt weiterhin an Organisation. Denn Regelunterricht sieht generell anders aus. Aber wir Eltern werden das schon wuppen. Versteht sich.


Nachtrag: Hitzefrei heißt offenbar von 8-11:30 Uhr Unterricht mit Maske und danach Aufgaben über die Lernplattform. Na, dann prophezeihe ich der Frau Rektorin mal ganz flapsig: Die Kinder werden lernen, nach kurzer Zeit total platt sein und ihr Gehirn wird Wackelpudding artige Aggregatform annehmen.


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch einen schönen Montag und bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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