• S. Marzian

Blümchenkaffee hilft.


Beim Aussteigen aus dem Auto treffe ich die Schwiegermama in der Einfahrt. Ein kurzes Pläuschchen, stelle ich mir vor, ist mir jetzt gerade ganz lieb. Ihr aber scheinbar nicht. Denn außer einem gedehnten Hallo, ja schöne Erdbeeren haben Sie beim Biohof und jetzt muss ich aber… ist nichts aus ihr herauszuholen.

Ganz schön Kurz-angebunden. Denke ich mir und stelle mir die Schwiegermutter an einer kurzen Leine auf ihrer Terrasse vor.

Bin gerade so Zwischen-Tür-und-Angel, zerstreut sie mein Kopfkino, du kennt das ja.

Natürlich kenne ich das und stelle mir die Schwiegermama als platte Flunder mit Locken vor, die sich lässig an eine Tür lehnt und eine Angel in der Flosse hält, an der ein Minifischer baumelt.

Ich schultere meine prall gefüllten Einkaufstaschen und begegne auf dem Weg zu meiner Haustür dem Nachbarn.

Innerliches Augenrollen.

Da geht es auch schon los.

Schon allein nett grüßen artet bei ihm immer in einen Monolog einer emotionalen Achterbahnfahrt. Wenn er sich nicht über irgendetwas aufregen kann, ist er eben nicht glücklich.

Und weißte, (Ah, jetzt wird es spannend - er kommt näher. Na, aber hoffentlich nur bis auf eineinhalb Meter! Und er senkt die Stimme. Dann ist es was ganz Prekäres.) die Knalltüte von gegenüber meint, mich beim Ordnungsamt anzuschwärzen zu müssen! (Er lacht ein Pate-Lachen) Der weiß aber nich, dass ich da einen guten Kollegen hab. Hat mich direkt angerufen. Wär aber auch völliger Humbug, was sich der Alte wieder ausgedacht hat. Ich bin da im Recht.

Ich lache peinlich berührt. Was anderes fällt mir nicht ein.

Wenn man über den Tellerrand schaut, sieht man die ganze Bescherung, schießt mir durch den Sinn. Immer in seiner verbohrten kleinen Welt zu leben, kann doch auf Dauer keinen Spaß machen, oder?


Stell doch mal die Taschen ab. Die sehen ganz schön schwer aus!

Oh, war ich gemeint? Hatte gerade nicht zugehört. Erwischt. Eigentlich möchte ich ja gerne ins Haus. Tür zu. Ruhe.

Ergeben stelle ich die Taschen ab und beglückwünsche ihn zu seinem Netzwerk von Mitverschwörern.

Würde man Herrn Nachbar nicht kennen, könnte man denken, er hätte einen im Tee. Dann würde ich den Blümchenkaffee meiner Schwiegermama empfehlen.

Der hilft immer.

Vielleicht sogar gegen Knalltüten.


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch eine schöne Woche, bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Möchte zum Schluss noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann, meinerseits aber noch nicht optmiert wurde, sodass zur Zeit noch eine Anmeldung von Nöten wäre. Ist eben noch alles Neuland hier. Mein Künstlerherz würde es aber freuen. Außerdem kann, wer sich gemüßigt fühlt, meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Gutscheine verkaufe ich allerdings nicht. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde.

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