• S. Marzian

Brausebirnen und Flutschfinger

Aktualisiert: Juli 2


Zur Zeit komme ich definitiv zu wenig vor die Tür. Das Draußen beschränkt sich in den letzten Wochen mehr oder weniger auf Spazierengehen und Einkaufen.

Aber wo soll man auch hin? Auf dem Land und vor allem zu Corona-Zeiten schaukelt man (wenn möglich) lieber im Garten in der Acapulco-Hängematte und hört den Vögeln beim Zwitschern zu, als in der Stadt in einem überfüllten Lokal zu sitzen und Paaren beim Streiten zuzuhören oder - noch schlimmer - ihnen dabei zuzusehen, wie sie sich anschweigen und jeder auf das Display seines Mobilgerätes starrt. Oder ist das die neue Art der Kommunikation? Vielleicht verurteile ich sie auch vorschnell und sie chatten gerade miteinander. Dann entschuldige ich mich vielmals.

Tatsächlich bin ich vor drei Tagen das erste Mal seit des Lockdowns in einem Café gewesen. Es hieß bezeichnenderweise Auszeit, die ich mir in diesem Fall auch gerne genommen habe. Wir saßen an einem von sechs Tischen im luftigen Innenhof. Das Gefühl war wirklich seltsam. Ein Kribbeln im Bauch, als ob man etwas Verbotenes tun würde. Das Grün der Wein berankten Mauern um uns beruhigte mich und ich sah mich um.

Ein Pärchen zwei Tische weiter studierte aufmerksam die Karte. Drei Männer um die fünfzig saßen am Tisch zu unserer Linken. Da bemerkte ich es. Ein unkontrolliertes Zucken im Gesicht des mir zugewandten. Beim Reden zuckten die Nasenflügel. Beim Schweigen die Augenlieder. Und beim Lachen die Ohrläppchen.

Eine Brausebirne!

Falls Ihr mit dem Begriff nicht sofort etwas anfangen könnt, erkläre ich ihn gerne genauer: Brauseblasen sind Einzeller mit einer nur wenige mμ dicken Zellmembran. Die Brause bildet keine homogene Masse, sondern verteilt sich antiproportional im Inneren der birnenartigen Kopfform des Betroffenen. Ist die Konzentration der in sich pulsierenden Brauseblasen an einigen Stellen zu hoch, haben wir den Eintritt des Zucksyndroms.

Eine wirklich unangenehme Situation für den Betroffenen.

Die Brauseblasen werden so sehr aneinander gequetscht, dass ihre Membran den Außen- durch den Innendruck nicht mehr ausgleichen kann. Folge: Die Brauseblasen zerbersten mit einem dafür typischen Pitsch. Das führt bei dem Betroffenen zu Zuckungen an Ohrläppchen, Augenlidern oder Nasenflügeln.


Jetzt wisst Ihr es.

Zum Glück gibt es etwas, das vorbeugend und auch gegen ein akutes Brausebirnen-Syndrom hilft. Wenn Ihr also selbst einmal betroffen seid (was ich nicht hoffe!) oder jemandem mit diesen Symptomen begegnet, ein Flutschfinger ist das Allheilmittel. Gerade an heißen Tagen rate ich Euch immer welche im Haus zu haben.

Man weiß ja nie.


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch einen schönen Montag, bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Möchte zum Schluss noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann, meinerseits aber noch nicht optmiert wurde, sodass zur Zeit noch eine Anmeldung von Nöten wäre. Ist eben noch alles Neuland hier. Mein Künstlerherz würde es aber freuen. Außerdem kann, wer sich gemüßigt fühlt, meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Gutscheine verkaufe ich allerdings nicht. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde.

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