• S. Marzian

Das Buch und ich


„Es kommt darauf an, einem Buch im richtigen Augenblick zu begegnen.”

Hans Derendinger

Diesen hübschen Spruch nahm mein Augenwinkel wahr. Als ich an der Aufstelltafel vorbei flanierte, auf der er geschrieben stand. Ich blieb stehen. Nur für einen kurzen Moment. Innehalten ist grundsätzlich eine tolle Sache. Man lernt so vieles von seiner Umwelt kennen, was man im Vorbeieilen nie wahrgenommen hätte.

Der Spruch jedenfalls ist nachdenkenswürdig. Finde ich.


Es wird die Kollision eines Buchs mit dem richtigen Augenblick und mir (stellvertretend für den Leser) als Relevanz für etwas deklariert, was dem Leser ein Rätsel bleibt. Oder etwa nicht?


Im Klartext heißt es entweder, dass der Verfasser den Leser absichtlich im Unklaren darüber lässt, worauf es ankommt, wenn er einem Buch im richtigen Augenblick begegnete. (In diesem Fall muss doch gesagt werden, ob man einen Kescher zur Hand haben sollte, um das Buch schnell genug einfangen zu können, ob zwölf Uhr mittags oder eine andere bestimmte Uhrzeit optimal für ein Zusammentreffen sei oder ob vielmehr die Örtlichkeit wie beispielsweise der Bus, ein Café oder der Vatikan die größte Rolle bei diesem Unterfangen spielt.)

Oder kommt es genau auf den richtigen Augenblick an, in dem man einem Buch begegnet. Ganz egal, welcher Ort, welche Zeit oder sonstige Umstände um einen herum herrschen?

Das Wort „begegnet” finde ich ja allerliebst. Es ist ein bisschen altbacken. Aber einer Begegnung haftet immer ein ausgesprochen besonderes Ereignis an. Oder eine besondere Person. Als ob der Verfasser des Spruchs das Buch personifiziert. Das klingt ja beinah romantisch. Ich schmelze gerade dahin. Moment. Geht gleich wieder.


Ist es denn außerdem ganz egal, welchem Buch man im richtigen Augenblick begegnet? Es heißt im Spruch ganz lapidar einem Buch. Eigentlich müsste es doch heißen dem einen Buch - das Buch, dessen Geschichte einen vollkommen in seinen Bann zieht.


Also, so hübsch wie am Anfang finde ich den Spruch nun gar nicht mehr. All diese Fragen und Ungereimtheiten drängen mich geradezu dazu, einen neuen Spruch zu kreieren, der für mich mehr Sinn ergibt (Fühlt Euch frei, mich zu zitieren):

"Es ist nur wichtig, dass wir uns begegnet sind - das Buch und ich." Stephanie Marzian

Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch einen schönen Montag, bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Möchte zum Schluss noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann, meinerseits aber noch nicht optmiert wurde, sodass zur Zeit noch eine Anmeldung von Nöten wäre. Ist eben noch alles Neuland hier. Mein Künstlerherz würde es aber freuen. Außerdem kann, wer sich gemüßigt fühlt, meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Gutscheine verkaufe ich allerdings nicht. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde.


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