• S. Marzian

Das Weihnachtsleuchten von Eichelwald


KAPITEL 1


Wer rennt denn hier so voller Hast

durch verschneite Gassen

ganz verlassen

und macht keine Rast?

Es ist Quinnie Quokka reichlich verpackt

mit Mantel, Mütze, Schal

und balanciert im Takt

ihrer Schritte eine Christbaumkugel.

In Gedanken hört sie schon den Jubel.


Wenn sie es nur zur rechten Zeit

schafft - herrje! - doch noch ist´s nicht so weit!

Wie eine Dampflock mit viel Geschnauf

läuft Quinnie mit der Kugel den Berg hinauf.


Das letzte Stück

des Wegs ist zum Glück

nicht mehr so steil.

Die Bürger von Eichelwald warten derweil

voll pieksender Panik und ganz beklommen.

Doch dann sehen sie Quinnie kommen.


Bin da, bin da!

Der Marktplatz ist nah!,

strahlt Quinnie noch über´s ganze Gesicht -

und dann verliert sie das Gleichgewicht.


Doch spulen wir zunächst zurück

und zwar ein abenteuerliches Stück

von vierundzwanzig Tagen.

Das ist nicht fair, hör´ ich euch sagen?


Was ist das denn für ein Gehabe?

Das Ende kommt erst wenn ich´s sage

und zwar ERST zum guten SCHLUSS!

Und auch nicht, weil ich es sagen muss,

sondern, weil ich als Drache vom Fach über Berge und Täler,

wanderte als Geschichtenerzähler.


Nun, Gondolin Drache, das bin ich,

Archivar und Chronist und es ist meine Pflicht,

euch zu sagen…. ach, das interessiert euch alles nicht?


Nun gut, ihr unerhörtes Pack!

Beginnen wir am Nordpol beim Weihnachtsmann,

wo einige Elfen füllen den Sack

mit den allerschönsten Geschenken an.



Es herrscht ein Gewimmel,

von überall hört man Glöckchengebimmel.

Elfe Keks plappert unentwegt,

denn sie ist ganz aufgeregt:

„Schau nur, das sind die besonderen Päckchen

die jedes Jahr stecken am längsten im Säckchen,

weil keiner weiß, wohin es geht!”


Drob´ zieht der gute alte Mann

die Strin in tief gefurchte Falten

und schaut auf seine Karte dann:

„Wir werden es wie jedes Jahr halten!

Wir warten auf das kleine Licht.

- auch wenn ganz trüb die Sicht -

Am heiligen Abend erst leuchtet es hell

Auf meinem Plan - du wirst schon seh´n - find ich es dann sehr schnell.”


„Es ist doch zum Papier zerknüll´n!

Wenn sie ihre Aufgabe nicht erfüllen,

dann kannst du sie nicht beschenken!

Das musst du auch bedenken!”


„Nana, lieber Keks, nicht fluchen.

Wie jedes Jahr werden sie versuchen,

ihr aller Bestes zu geben.

So sind Eichelwälder eben!”

sagt´s und widmet sich dann wieder

den Briefen voller Wünsche.

Lassen wir ihn lieber

in Ruh´ und schauen wir nach Eichelwald.

Da ist vielleicht was los!

Von allen Häusern widerschallt

Gesang und Klang - was machen die bloß?

Nun, ihr Lieben, das werde ich

erzählen, nur nicht mehr heute.

Seid nicht bös´, denn nun heißt es für mich

und euch kleinen Leute:

einen Tee zur guten Nacht.

Habt Acht

auf euch und keine Sorgen.

Wir sehen uns morgen!

Euer Gondolin

Geschichtenerzähler


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