• S. Marzian

Für die Erholung.


Picknick auf dem Wasser.

Geht nicht? Geht. Im Schlauchboot sogar noch besser als in Zweier-Kajaks. Das ist zumindest unsere Feststellung in diesem im vergleich zu den vergangenen vier Jahren. Ich bin selbst gerade ein bisschen nostalgisiert und hoch erfreut, dass diese Tradition, die wir mit Freunden pflegen, schon so lange besteht. Zwecks Erholung, Spaß und Stressabbaus.

Die Landschaft um das kleine Flüsschen, auf dem wir immer herum schippern, ist wirklich Zucker. Ein fast kitschiges Idyll. Man lässt sich durch den raschelnden Blättervorhang ehrwürdiger Weiden treiben. Das Wasser unter dem Boot gluckst fröhlich und Du hörst außer Vogelgezwitscher und Entengequake nichts - hat man keine Kinder dabei.


Naja, einen Tag vorher ist es immer ein bisschen wie das Warten auf das Unvermeidliche.

Schlauchboot-Paddeln mit Freund vom Sohn. Die Mütter paddeln, die Söhne spritzen die kleine Schwester nass, springen aus dem Boot, klettern unter Geschwanke wieder rein. Die kleine Schwester quiekt, weil ihr Handy einen Tropfen Wasser abbekommen könnte und die Paddel werden zum Einsammeln von Algen-Gras-Entengrütze-Matsch benutzt. Hatte ich schon erwähnt, dass die Mütter paddeln?


Zur Stärkung haben wir immer ganz Heli-Mutter-like geschnibbeltes Obst und Gemüse und belegte Körner(!)brötchen dabei. Versteht sich. Darüber machen wir uns schon nach nicht mal zwanzig Minuten Fahrt her. Im Schlauchboot ticken die Uhren eben anders und wir Mütter hatten die Hoffnung, dass eine gewisse Trägheit der Kinder uns in die Erholungs-Karten spielt.

Weit gefehlt.

Wenigstens wurde später der Grill angeschmissen.

Als Belohnung für unser Durchhaltevermögen.


Doch wir waren nicht die Einzigen, die ihre liebe Not hatten, ihre Kinder im Zaum zu halten. Unterwegs begegneten wir einer Entenmutter mit ihren beiden Jungen. Der Freund vom Sohn versorgte ein Entlein mit Brotkrumen und hatte fortan einen neuen Buddy. Hatte die Entenmutter ihn mal wieder eingefangen und ihn vom Boot in Richtung Ufer gelotst, dreht er sich blitzschnell um und düste zu uns. So ging das eine ganze Zeit, bis zwei Wasser begeisterte Golden Retriever unseren Weg kreuzten. Natürlich angeleint. Was dem Entlein trotzdem nicht geheuer war. Also blieb es ab da bei seiner Mutter. Ganz leise, meine ich sogar ein erleichtertes Stöhnen von ihr gehört zu haben.


Nach über zweieinhalb Stunden schweißtreibenden Fitnesstrainings - `tschuldigung, Familienspaß - gelangten wir an unseren Zielort. Der Steg war eine breite hölzerne Treppe mit schmalen Stufen, die gut zugänglich war. Durch die ausbleibenden Regenfälle in den letzten Wochen war der Wasserstand auf angenehmer Höhe. Ganz Gentleman-like sprangen die Jungs ins Wasser. Der eine knotete das Seil an einer Metallstange fest, der andere zog das Boot an einem rundum befestigten Tau zum Steg, sodass wir aussteigen konnten. Dann hievten die beiden das Boot aus dem Wasser. Ich muss ehrlicherweise feststellen, dass mich diese Offenbarung verborgener Talente unseren Kindern sehr erfreut. Und noch etwas freut mich sehr: Dass die Söhne viele Stunden ohne den Blick auf einen Bildschirm überlebt und wir Mütter diese kostbare Zeit mit ihnen gemeinsam verbracht haben.

Wie immer nehmen wir Mütter uns den Vorsatz:

Nächstes Jahr fahren wir alleine.

Für die Erholung.


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch eine schöne Woche und bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Möchte zum Schluss noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann, meinerseits aber noch nicht optmiert wurde, sodass zur Zeit noch eine Anmeldung von Nöten wäre. Ist eben noch alles Neuland hier. Mein Künstlerherz würde es aber freuen. Außerdem kann, wer sich gemüßigt fühlt, meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Gutscheine verkaufe ich allerdings nicht. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde.

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