• S. Marzian

Homöostasis - Hömma, wasndas?


Die Homöostasis ist laut Herrn Google

die Fähigkeit eines lebenden dynamischen Systems, sich selbst innerhalb gewisser Grenzen in einem stabilen Zustand des Gleichgewichtes zu halten.

Die Betonung liegt da wohl auf den gewissen Grenzen, deren Überschreitung eines Faktors das Gleichgewicht erheblich ins Wanken bringen kann.

Ja, ich bin der chaotisch-dynamische Typ und mag es eben, wenn in meiner kleinen Welt-Bubble alles so herrlich bezaubernd und gleichbleibend ist. Veränderungen sind was für nervöse Typen, die es nicht fünf Minuten in der Hängematte aushalten. Dabei ist es doch so schön dort! Und wenn noch ein dickes weiches Kissen unter deinem Kopf liegt, der Wind streicht dir sanft über die Haut und schaukelt dich sacht hin und her. Hachz.

Wo war ich?

Ach ja.

Ich möchte von etwas erzählen, dass für mich gefühlt schon immer so war und immer so sein wird: Die Treffen meiner Schwiegermutter mit zwei ihrer engsten Freunde. Jeden Freitag ab 12 Uhr. Es gibt jede Woche viel zu erzählen. Dabei das ein oder andere Gläschen Weinschorle. Als Einstimmung aufs Wochenende. Versteht sich.

Die beiden Herren sind viel mit dem Fahrrad und zu Fuß unterwegs, kennen Jan und Allemann in unserer kleinen Stadt und wissen so immer von den heißesten News zu berichten. Es ist Faszination pur, einem Gespräch zuzuhören, das beispielhaft so ablaufen könnte:

„Hast Du schon von M gehört? Der baut ja jetzt bei uns im Wohngebiet.”

„Welcher M? Der Sohn vonne Metzger M?” „Nein, dat is der Schwager. Ich mein den von den Zahnärzten, den Enkel.” „Ach, der.” „Hatte der sich nicht von der A getrennt? Zwei Kinder ham sie, soweit ich dat weiß. Sin noch nich alt. Die sin aber bei ihr jeblieben… Wie lang waren die denn noch zusammen?” „Och, bestimmt schon fuffzehn Jahr. Dat is ja eine geborene B (die von dem Baustofflieferanten B) und der Bruder von ihr hatte ja damals den großen Schreinerbetrieb gehabt. Is aber pleite gejangen.” „Die Schreinerei in T? Jott verdammich, die gibbet doch bestimmt schon seit zwanzig Jahr nich mehr!”

„Ja, da is nachher die Gärtnerei rein gejangen. Wart mal, dat war doch die G aus T, die hatte damals den Holländer geheiratet. Mann, war dat ein Hallodri! Hat se auch schnell jemärkt. Der is aber immer noch hie. Macht glaub ich in Immobilien.”

„Jaja, wenn man nix jelernt hat, wird man Makler. Kann doch mittlerweile jeder makeln!”

„Ich auch?” „Ja, dat isset ja, jeder wie du und ich.” „Ach guck.”


Und jetzt die Quiz-Frage: Mit welchem Mann fing das Gespräch an? Ich sage es ja. Faszination pur.

Will man sich aus Geselligkeit dazu setzen, braucht man allerdings entweder einen ebenbürtigen Wissensstand (was unmöglich zu erreichen ist) oder höchste Konzentrationsfähigkeit. Manchmal gehe ich mir einfach zwischendurch einen Tee holen und hoffe darauf, dass das Gesprächsthema bei meiner Rückkehr eine Lücke bietet, um wieder einsteigen zu können. Oder ich nippe einfach an meinem Getränk und höre amüsiert zu.

Um auf die eingangs erwähnte Homöostasis zurück zu kommen, die ich ja sehr schätze in meiner kleinen Welt-Bubble: Heute war etwas anders.

Es fand ein Gespräch auf der Terrasse meiner Schwiegermutter statt. Soweit so gut. ABER es war nur EINER der Freunde da UND es ist Dienstag. Das hat mich so vollkommen irritiert, dass mich der Lieblingsmann über den Wochentag aufklären musste. Später erzählte dann die Schwiegermutter ganz bestürzt, dass sie mitten in der Unterhaltung mit einem Mal genauso irritiert war:

„Ach, O, jetzt habe ich schon eine halbe Flasche Wein auf! Und es ist doch erst Dienstag!”

So kann es gehen.


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch eine schöne Woche und bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Möchte zum Schluss noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann. Mein Künstlerherz würde sich über Anregungen und Lob sehr freuen. Außerdem kann, wer sich gemüßigt fühlt, meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde.

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