• S. Marzian

Kapitel 3


Hallo Ihr Lieben,

ihr seid wieder da!

Dann werde ich nun erzählen,

was weiter geschah:







Ferdibald hält fassungslos

die Eichel in den Händen.

Die Menge verstummt, steht regungslos.

Er kann es jetzt nicht mehr abwenden.


Erst geräuschvoll räuspert er sich,

bevor er stockend sein Sprüchlein spricht:

„Unsere vierundzwanzigste Kugel

bekommt Quinnie Quokka. Bitte … Jubel!”

Einige jubeln - aus Versehen -

andere lachen, zetern, flehen,

dass bitte jemand ein Machtwort spricht

und dieses Jahr mit der Tradition bricht!

Sie fordern die Auslosung einer

neuen Eichel, denn keiner

traut Quinnie Quokka zu

die Aufgaben zu erfüllen im nu.

Sie befürchten unsagbar fürchterlich

dass weder Wünsche, noch Geschenke werden liegen auf ihrem Gabentisch.


Quinnie fühlt sich klein wie ein Mäuschen.

„Besser, ich husche ganz schnell in mein Häuschen,

damit sie mich nicht mehr müssen seh´n.”,

denkt sie und möchte schon geh´n.

Ihr Herzchen tut ihr ganz doll weh.

Was ich wirklich zutiefst versteh´.

Sie ist ganz voll Kummer verlegen,

möchte am liebsten aufgeben

und weiß nicht, was sie eigentlich

jetzt tun soll, denn innerlich

fühlt sie sich recht königlich.

Sie ist nun ein Wünschebringer!


Doch alle sind sauer und böse auf sie

und meinen, sie störe die Harmonie!

Was kann sie denn für ihre Wahl?

Irgendwas hat wohl das blöde Schicksal

sich für Quinnie ausgedacht.

Ob es jetzt wohl auch über sie lacht?

Wie alle anderen Leute.

Es ist wohl heute

kein guter Tag für sie.

Und außerdem macht jeder Gewinn,

überhaupt keinen Sinn

wenn niemand da ist, der sich mit einem freut, denkt Quinnie.


Eichhörnchen Piet reißt sich von den Händen

seiner Eltern los - trotz Einwänden

ihrerseits -

doch steht er bereits

parat

um zu trösten Quinnies Kummer und möchte Rat

ihr geben.

„So ist das eben im Leben.

Kopf hoch, Quinnie! Hör nicht, was die anderen sagen!

Die Eichel hat dich gewählt.

Das ist alles was zählt!

Ich glaube an Dich! Doch wenn sich jemand grob erdreistet,

dir die Kugel rund und schön

wegzunehmen, ja dann heißt es,

den will ich dann rennen seh´n!”


Piet nimmt Quinnie an die Hand

und zieht sie nach vorn zur Trommel.

Er strengt sich mächtig an.

Dabei hüpft wild sein Bommel.

„Die Gesetze bestimme immer noch ich

und niemand stellt sich gegen mich!”,

protestiert jetzt der Bürgermeister.

Erwähnte ich schon?… Bertold heißt er.

„Quinnie wurde ausgewählt.

es ist ein Zufall, wie die Eichel fällt.

Jetzt nehmt es hin.

Alles andere hat keinen Sinn!”

Er rollt sodann runter von der Bühne

- er ist ja kein Hüne -

und gibt Quinnie die Kugel ohne ein Wort.

Dann geht er fort.


Da steht sie nun

beseelt vom Glück.

Piet freut sich mit

und begleitet sie ein Stück.

Auf dem Schlitten mit Kufen.

Bis seine Eltern rufen.








Die Christbaumkugel bettet sie

auf ein weiches Kissen

vor dem Kamin ist mit Garantie

der beste Platz im Haus - sie muss es ja wissen -

legt sich daneben und schläft gleich ein.

Sie schnarcht und träumt,

ihre Mission wär geheim

denn sie wär ein Spion.


Am nächsten Morgen dann, OH GROßER SCHRECK!

Die Christbaumkugel! SIE IST WEG!

Wär ich doch nur wach geblieben.

Dann würde sie bestimmt noch hier liegen.

Aber, ach, was mach ich nur?

Hat denn jemand eine Spur?


Ob es da jemanden gibt, ihr Lieben, das werde ich

erzählen, nur nicht mehr heute.

Seid nicht bös´, denn nun heißt es für mich

und euch kleinen Leute:

einen Tee zur guten Nacht.

Habt Acht

auf euch und keine Sorgen.

Wir sehen uns morgen!

Euer Gondolin

Geschichtenerzähler


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