• S. Marzian

Oh, Du Herbstliche!


Mitte Oktober.

Sonne, strahlend blauer Himmel, neunzehn Grad - und bei mir wird es weihnachtlich. Ja, richtig gelesen. Die dampfende Tasse Tee steht vor mir, daneben duften Lebkuchen, die Weihnachtsplaylist dudelt einen Glöckchen hinterlegten Song nach dem anderen und ich balanciere meinen Laptop auf dem Schoß.

Jetzt fragt sich der ein oder andere sicher: Rad ab? Zu viel Zimt im Tee gehabt? Oder hat sie im Home-Office nun völlig das Zeitgefühl verloren?

Könnte man meinen, aber: Weder noch!

Zimt kann es nicht genug auf dieser Welt geben, daher habe ich immer viel davon im Tee - und sogar noch einige Gewürze mehr! Das Zeitgefühl habe ich mehr denn je - mit einem schulpflichtigen Kind hat der Tag zumindest vormittags Struktur. Und das mit dem Rad… jeder hat doch so seinen Spleen, das macht einen doch erst richtig liebenswert, nicht wahr?

Spleen, Verrücktheit, liebenswerter Knall - Wie man es auch immer nennen mag, das ist die Weihnachtszeit für mich: Die magisch-romantische Atmosphäre mit glücklichem Honigkuchen im Bauch, viel Glitzerstreuseln garniert und dem Klang von Nachhausekommen in jedem Lied.

Achtung, jetzt kommt ein ganz großes Outing! Wem es zu kekslastig wird, liest gerne direkt im nächsten Absatz weiter! Also dann: Diese wundervolle Zeit möchte ich am liebsten das ganze Jahr über zelebrieren. Mit allem, was dazu gehört: Dampfender Tee, abends gemütlich mit der Decke auf der Couch sitzen (Ja, das geht auch bei tagsüber dreißig Grad! Es ist einfach ein Gefühl von Geborgenheit.), Honigkuchen und Weihnachtsplätzchen - natürlich selbst gebacken - und einem Mix aus traditional folk, rock und swinging Evergreens der Weihnachtsmusik von Amy Grant, über Ronan Keeting und Michael Bublé bis Ella Fitzgerald. Allerdings lebe ich nicht alleine. Also muss ich auf Mann und Sohn zumindest ein wenig Rücksicht nehmen. Das soziale Miteinander geht dann doch vor. Allerdings gibt es durchaus auch Ausnahmen. So wie diese sehr dringende Ausnahme Mitte Oktober, die keinen Aufschub duldete, in der ich Weihnachten regelrecht geatmet habe. Hachz,


Ok, wartet einen Moment - so, jetzt geht es wieder.

Der Grund für meinen verfrühten Weihnachtsausbruch ist ein Roman, den ich im vergangenen Dezember geschrieben habe. Nun interessiert sich eine Literaturagentur dafür und ich musste (und wollte) mit Haut und Haaren in den Zuckerguss eintauchen, um die Geschichte zu überarbeiten, um beim hoffentlich zukünftigen Leser so viele funkelnde Schneeflocken wie möglich rieseln zu lassen. Ich fühle eben gerne, was ich schreibe.

Es ist eine humorvolle Geschichte über eine ganz besondere junge Frau. Sie erlebt einen chaotisch-romantischen Dezember, der für sie mit einem Geheimnis beginnt, in dem sie alte und neue Freunde durch Hochs und Tiefs begleiten und sie sich zuletzt vielleicht den Traummann fürs Leben backt. An dieser Stelle möchte ich noch nicht zu viel verraten. Ihr sollt das Buch ja schließlich noch lesen!

Die Arbeit an diesem Buch bereitet mir von Anfang an sehr viel Freude. Dabei ist es ganz und gar nicht so, dass die meiste Zeit himmlische Fanfaren vom Himmel tröten, wenn man eine Textstelle überarbeitet. Grammatik- und Rechtschreibkorrekturen sind schnell gemacht Wenn man aber über einen Satz stolpert, der ein wenig ungelenk daher kommt, führt das im schlimmstenfalls dazu, dass man eine Szene komplett umschreibt oder eine ganz neue einfügt.

So überarbeitet man Seite um Seite und wird immer nervöser, je näher man dem Ende kommt. Positiv nervös in diesem Fall. Zwei Wochen habe ich von morgens bis abends mit den Protagonisten mitgefiebert, mitgelitten, mich mitgefreut und habe aus lauter Weihnachtsromantik oft genug so geseufzt, dass der Mann dann immer genervt von dannen zog. Er ist jetzt ein Meister im Augenverdrehen.

Bei dem letzten Absatz, dem letzten Satz, dem letzten Wort, das ich eingefügt habe, hatte ich tatsächlich so ein Glücksgefühl im Bauch vor Aufregung wie am Heilig Abend. Mit einem Klick und einem Wusch war die E-Mail mit dem Manuskript dann bei der Agentur.

Nun brauche ich bitte all Eure gedrückten Daumen, dass die Agentur das Manuskript bald einigen Verlagen anbietet und dass ein Verlag mein Buch in sein Programm aufnehmen will! Bis dahin werde ich wohl noch einige Kannen Tee trinken und einige Bleche Plätzchen backen. Oder lieber Brownies? …ich überlege noch.

An wen muss man sich eigentlich wenden, wenn man Zimtsterne das ganze Jahr im Laden kaufen können möchte?

In diesem Sinne: Oh Du Herbstliche!


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch einen gemütlichen Abend und bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Wer sich gemüßigt fühlt, kann gerne meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde. Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann. Mein Künstlerherz würde sich über Anregungen und Lob sehr freuen.

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