• S. Marzian

Sich das Leben schön schaukeln


Bei einem Spaziergang (Ich schreibe hier absichtlich nicht täglich, denn das wäre nun wirklich geschummelt. Es passiert eher ab und an und ganz nach Laune.) komme ich an einem Spielplatz vorbei. Daran ist ja erstmal nichts ungewöhnlich. Es gibt drei in unserer kleinen Stadt. Mittlerweile dürfen Kinder ja auch wieder dort spielen.


Es sind an diesem Nachmittag aber weit und breit keine Kinder zu sehen, sondern nur eine Frau. Sie ist ganz gewöhnlich, nicht groß, blond mit einem hohen Pferdeschwanz und einem offenen Lächeln. Die Sneaker, die sie zu dem blauen Rock und dem blau-weiß gestreiften Top trägt, machen ihr Outfit sportlich.

Ich lächele zurück. Zum einen, weil ich es sehr mag und schätze, wenn sich Menschen freundlich begegnen. Zum anderen, weil sie etwas tut, was andere Erwachsene eben nicht mehr tun. Sie sitzt auf der Schaukel und schaukelt. Erst langsam, dann nimmt sie immer mehr Schwung. Bald ist sie so hoch, dass ich von vorn nur ihre Schuhsohlen sehen konnte. Ich staune.


Das erinnert mich daran, dass ich als Kind auch immer versucht habe, so hoch wie möglich zu schaukeln, um den Ast des Baumes neben der Schaukel mit dem Fuß zu erwischen oder einen Überschlag zu machen. Es hat beides nie funktioniert. Aber die Sorgen waren erstmal vergessen.

Was blieb war ein wundervolles Glücksgefühl.


Warum setzen wir Erwachsenen uns nicht einfach mal auf eine Schaukel und genießen dieses kribbelige Schwung-hol-Gefühl im Bauch? Das Auf und Ab und diese wellenartig-fließenden Bewegungen.

Selbstredend dürfen wir es dabei nicht übertreiben. Sind unsere Hampeleien zu stürmisch, kommen wir aus dem Gleichgewicht, kommen ins Trudeln, Schlingern, knallen womöglich gegen einen Pfosten oder fallen von der Schaukel.

So einfach ist das.


Trotzdem möchte ich meine wärmste Empfehlung für da Schaukeln aussprechen. Denn ich bin mir sicher, dass es einigen stinkstiefeligen Vertretern unserer Art hilft, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Und die Motzkartoffeln unter uns friedlicher stimmt.

Zumindest für eine Weile.

Eine positive Entwicklung hängt natürlich von der regelmäßigen Wiederholung ab.

Versteht sich.


Als ich eine Weile später wieder zuhause ankomme, lächle ich immer noch, weil ich immer noch das Kribbel-Glücklichsein-Gefühl im Bauch habe.

Denn die Frau auf der Schaukel war ich.

Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch eine schöne Woche, bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Möchte zum Schluss noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann, meinerseits aber noch nicht optmiert wurde, sodass zur Zeit noch eine Anmeldung von Nöten wäre. Ist eben noch alles Neuland hier. Mein Künstlerherz würde es aber freuen. Außerdem kann, wer sich gemüßigt fühlt, meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Gutscheine verkaufe ich allerdings nicht. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde.

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