• S. Marzian

Sonntagsgedanken.


Die Erkenntnis traf mich heute wie ein Schlag: Heute ist Sonntag und morgen wieder Montag.

Wenn einen diese Erkenntnis ereilt hat, ist es sehr schwer, sie wieder aus dem hintersten Eckchen seines Bewusstseins auszuradieren. Es ist wie Zeichnen mit einem harten Bleistift. Vermalt man sich und versucht man das Missglückte auszuradieren, ist im schlimmsten Fall das Papier im Eimer, aber die Furche, die der Stift gezogen hat, bleibt bestehen. Sie bleibt wie ein Mahnmal, das nächste Mal einfach einen weichen Bleistift zu benutzen.

Man weiß einfach nie, was einen am Montag erwarten wird. Ganz unbedarft wie ein unbemaltes Blatt schliddert man in die Woche hinein. Es gibt keine Möglichkeit, sich auf dieser Rutschpartie festzuhalten oder die Geschwindigkeit zu drosseln. Es ist ein Horroszenario mit immer dem selben Ausgang: Am Anfang der Woche steht immer ein Montag. Und wir müssen da durch.


Ist einem erstmal richtig bewusst, dass der Montag unausweichlich in ein paar Stunden kommt, kann man gar nicht mehr positiv denken. Man versucht es. Aber eine kleine gehässige Stimme ganz hinten im Kopf gibt bei jedem Versuch Widerworte.

Schönes Wetter heute. Ja, aber morgen wird´s bestimmt regnen und stürmen. Es ist ja Montag.

E-Mail-Postfach leer heute. Ja, aber morgen wird´s bestimmt voll sein. Die Leute hatten übers Wochenende Zeit, sich Gemeinheiten auszudenken. Es ist ja Montag.

Die Follower mögen meine Timeline gern. Ja, aber morgen entfolgen sie Dir bestimmt alle. Es ist ja Montag.

Die Vorzeichnung für eine neue Illustration gefällt mir, hat gut geklappt. Ja, aber morgen sitzt wieder kein Strich, wo er soll. Es ist ja Montag.

Glaubt mir, ich habe schon so oft versucht, positiv in den Tag zu starten. Und Musik hilft ungemein dabei. Generell ist man ja auch ein optimistisch veranlagter Mensch. Das Glas ist eher halb voll als halb leer. Aber immer passiert Montag morgens irgendetwas, das einen die Schultern hängen und den Seufzer Ja, klar, es ist ja Montag. ausstoßen lässt.

Erst letzten Montag tanzte ich freudig die Treppe hinunter, kochte summend einen Tee und setzte mich so beschwingt an meine Arbeit. Es dauerte nicht lange, bis mich die erste vor Unverschämtheiten triefende Kundenmail so runterzog, dass ich den Ohrwurm in meinem Kopf am liebsten gewürgt hätte. Meist werden diese unangenehmen Situationen auch noch von dem Draußen mit verhangenen Wolken und Nieselwetter unterstrichen. An diesem Morgen war es so. Wenn dann noch der Mann um die Ecke kommt und hinter meinem Rücken den Kaffeevollautomaten anschmeißt - Es folgt die Montagsexplosion.

Da fällt mir gerade ein, dass ich mich mit meiner Freundin im Lieblingscafé zum Frühstück verabredet habe. So. Geht doch. Laune wieder besser.

Der Montag kann kommen.


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch einen schönen Montag und bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Wer sich gemüßigt fühlt, kann gerne meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde. Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann. Mein Künstlerherz würde sich über Anregungen und Lob sehr freuen.

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