• S. Marzian

Sonntagsgedanken


Was für eine Ironie des Schicksals. Die Bilder von Kalifornien sind unheimlich, erschreckend und surreal zugleich. Postet jemand eine Momentaufnahme, versieht er sie meist mit dem Hashtag #NoFilter, denn der Himmel über den beliebten Metropolen San Francisco oder Los Angeles sieht aus wie aus einem DC Comic. Endzeitstimmung in Gotham City. Die Menschheit ist dem Untergang geweiht. Aber ein Held erhebt sich dunkel über der Stadt…

Wenn man aktuelle Fotos von Kalifornien sieht, möchte man eigentlich darüber lachen und es liegt einem eine Menge Zynismus auf der Zunge: Ach guck! Kalifornien macht jetzt auch Wahlkampf für Trump. Hat er sie doch noch rum gekriegt…

Ist es doch eine so fürchterliche Ironie. Der Präsident des eigenen Landes schaut beleidigt weg, weil Kalifornien nicht mit ihm spielen möchte. Wie unmenschlich kann man sein, wenn man rein aus politischen Gründen eine Vielzahl weiterer Tote in Kauf nimmt? Hat der trumpsche Umgang mit der Pandemie nicht schon genug Menschen das Leben gekostet?

Aber es bewegt einen noch so viel mehr. Hunderttausende Menschen, die ihr Zuhause in den Flammen bereits verloren haben, machen mich sehr nachdenklich. Betroffenheit und Mitgefühl, denken meine Gedanken. Für die, die jetzt gerade in größter Not sind. Gleichzeitig drängelt aber ein anderer Gedanke nach vorn: Es ist doch alles Menschen gemacht.

In den letzten Jahren nahmen die Brände in Kalifornien stetig zu. Häufigste Brandursachen waren Unachtsamkeit, Brandstiftung, pubertäre Zündelei - aber in diesem Jahr ist es hauptsächlich eine gefährliche Dreier-Kombination: trockene Gewitter mit vielen Blitzeinschlägen zünden die Wälder an. Wegen der anhaltenden extremen Hitzewelle strecken in den Städten die Transformatoren der Klimageräte die Füße und explodieren, was weitere Brände verursacht. Die starken Winde treiben die Feuer immer weiter. Ein Ende ist nicht abzusehen. Denn die alljährliche Feuersaison hat erst begonnen.


Mit eigenen Augen können auch wir die Auswirkungen des amerikanischen Horrorszenarios bewundern, wenn wir in unseren leicht milchigen Himmel schauen. Ruß- und Aschepartikel sind als so genannte Pyrocumulonimbus-Wolken (Pyro von altgriechisch Feuer) hoch in die Atmosphäre gelangt. Die Höhenwinde lassen sie in kurzer Zeit große Entfernungen über ganze Kontinente überwinden. Nun haben sie auch Deutschland erreicht.

Der Klimawandel ist deutlich zu spüren.

Auf der ganzen Welt.

Pandemie. Wetterchaos.

Was muss noch passieren, bis die Menschen aufhören, nur an sich zu denken?

Verrückt.

Wird unser Himmel auch bald orange?

Dystropie.

Apokalypse.

Das Sterben der Dinosaurier.

Meine Gedanken gehen schräg.

Ich schaue nach draußen. Die Sonne schickt gerade ihre ersten Strahlen um die Ecke unseres Hauses und die Weinblätter und das Sonnensegel über der Terrasse werfen hübsche Schatten auf die rauen Steinplatten.

Positive Gedanken.

Eigenmotivation statt Kapitulation vor den Schrecken der Welt.

Ich freue mich auf unser Sonntagsfrühstück.

Trotz allem.


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch einen sonnigen Sonntag und bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Wer sich gemüßigt fühlt, kann gerne meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde. Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann. Mein Künstlerherz würde sich über Anregungen und Lob sehr freuen.

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