• S. Marzian

Jedem sein Auenland

Aktualisiert: Juni 18




Ein weiterer Tag unseres großen Abenteuers auf dem Weg nach Erebor ist fast vorüber.

Ich hätte gerne die Stärke von Thorin Eichenschild.

So langsam wird der Akku leer.


Wer sich jetzt fragt, wer dieser Herr Eichenschild ist und wo die Stadt Erebor (Nerdwissen: es ist ein Berg!) liegt, dem sei verziehen. Aber nur ein bisschen. Denn die Literatur, aus der diese Namen entspringen, ist gerade so zu sagen mein Rettungsanker.

Wenn man jeden Tag in der Ungewissheit aufsteht, welche Herausforderungen heute auf uns zukommen, welche Fallzahlen uns erwarten und welche putzigen Ideen die Politiker wieder für uns ausgebrütet haben - ist es dann nicht durchaus nachvollziehbar, wenn man sich an so etwas klammert, wie eine lieb gewonnene Geschichte?


Als ich jung war - oh du meine Güte, ich glaube gerade nicht, dass ich das schreibe, aber es ist wohl so - habe ich die Bücher von Tolkien geatmet. Solche ganz besonderen Geschichten bleiben im Gedächtnis kleben, aber auf eine wärmende Weise, die einen beruhigt und einem Trost spendet in möglichst jeder skurrilen Lebenslage, die derzeit hinter jeder Ecke lauert.

Bestes Beispiel sind die Mitstreiter des wöchentlichen Einkaufs. Egal welche Art von Maske die Menschen im Supermarkt tragen, sehe ich in ihnen Orks mit Wut verzerrten Gesichtern (man muss ja schon Gandalf sein, um Gefühlsregungen bei seinem Gegenüber richtig einschätzen zu können), von denen ich fortan gerne 2 Meter Abstand halte.

Wenn man sein normales Leben in seinem eigenen Auenland zurück erobern und den unsichtbaren Feind töten will, muss man aus ganz besonderem Holz geschnitzt sein. Ob Virus oder Drache - und jetzt orakle ich mal - wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (ja, ich oute mich hier auch als Kassettenkind der 90er) nicht der einzige bleiben.

Manchmal würde ich gerne unserem derzeitigen Smaug von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen, ihm direkt in die glühenden Augen sehen und sagen können: VerPIEP Dich Du PIEP PIEP oder ich PIEP dich in deine PIEP PIEP PIEP PIEP!

Ein heißer Tipp zum Schluss. Jedem, der den Herrn der Ringe lesen möchte, gebe ich gerne den Rat: Lies erst den kleine Hobbit. Er ist der Grundpfeiler der Ringgeschichte, ohne den etwas Entscheidendes fehlen würde. Nämlich das Gefühl, Zuhause angekommen zu sein. Es warten bereits Freunde und vertraute Orte, die es leichter machen, sich in ein neues Abenteuer zu stürzen. In diesem Sinne hoffe ich sehr, dass jeder von Euch in dieser Zeit etwas hat, das ihm hilft, den Akku immer wieder aufzuladen.


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch einen schönen Abend und bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Möchte zum Schluss noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann, meinerseits aber noch nicht optmiert wurde, sodass zur Zeit noch eine Anmeldung von Nöten wäre. Ist eben noch alles Neuland hier. Mein Künstlerherz würde es aber freuen. Außerdem kann, wer sich gemüßigt fühlt, meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Gutscheine verkaufe ich allerdings nicht. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde.


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