• S. Marzian

Von Bucheckenknickern und Lesespaziergängen


Hier kommt mein Geständnis:

Ich liebe Bücher.

Dabei geht es mir nicht nur um die Geschichten im Inhalt, sondern um das Buch an sich.

Ich liebe den Geruch der Seiten, wenn ich ein ganz jungfräuliches Buch im Laden aufschlage. Ich liebe es, wenn mich die Gewänder der Bücher in ihren Bann ziehen. Denn wenn das Kleid eines Buches wunderhübsch ist, ist die Geschichte im Inhalt in den allermeisten Fällen genauso wunderbar. Ich liebe das Rascheln der Seiten beim Umblättern. (Als wenn sie selbst aufgeregt wären, was wohl auf der nächsten Seite passieren wird.) Undenkbar, sich ein Lesegerät an zu eigenen, auf dem man zwar eine beachtliche Anzahl Lesestoffs speichern, aber nicht umblättern kann. Ich liebe es, Bücher im Regal stehen zu haben. Man sieht sie an, erinnert sich, was man mit ihnen erlebt hat, in welche Welten man mit ihnen gereist ist und welche Personen oder Wesen man dabei kennengelernt hat.

Gerade fährt eine Frage in meinem Kopf Karussell:

Wenn man Bücher so sehr liebt, dass man sich nicht entscheiden kann, ob man sie nach Genre, Größe, Autor oder Farbe sortieren soll, ist man dann ein Buchliebhaber, ein Büchernerd oder hat man dann einfach ein Problem?

In jedem Fall problematisch ist der ständige Platzmangel im Regal.

Lässt man beim Eigenbau eines selbst entworfenen Bücherregals extra ein paar Fächer frei für was da noch kommen mag, lässt das was da noch kommen mag nicht lange auf sich warten.


Es gibt auch etwas, was ich - ja man kann sagen - zutiefst verachte: Eselsohren in Büchern sind ein ganz großes GEHT GAR NICHT bei mir. Wie kann man einem Buch so etwas nur antun? Sowas tut doch weh! In meinem Leben ist mir tatsächlich einmal jemand begegnet, der regelmäßig Ecken im Buch als Lesezeichen umknickte.

Mit diesem jemand bin ich nicht mehr bekannt.

Meine Liebe zu Büchern geht soweit, dass ich lesend spazieren gehe. Natürlich könnte ich auch die Gegend betrachten. Das tute ich auch. Es kann sehr interessant sein. Vor allem, wenn man auf seinem Gang in eine kleine Seitenstraße schaut und einen Kleinwagen auf der Seite liegen, darum fünf ratlos dreinschauende Menschen stehen sieht. (79jährige hat Bremse mit Gaspedal verwechselt. Der Frau ging es gut, dem Auto nicht.) Aber ich schweife ab. Sich die Gegend anzusehen verliert allerdings den Reiz, wenn man nicht flaniert, sondern auf ein Ziel wie beispielsweise den Schreibwarenladen in unserer kleinen Einkaufsstraße zugeht. Andere würden vielleicht ihr Handy zücken, E-Mails und sonstige Medien checken. Aber diese Handyzombies kommen bei mir direkt nach den Bucheckenknickern.

Ich vertreibe mir dann lieber die Zeit mit Lesen. Gestern beispielsweise habe ich auf dem Weg zum Bäcker Holmes und Watson zu einem Wachtmeister begleitet, der die Leiche in dem leer stehenden Haus gefunden hat. Danach ist mir eine faszinierende Tatsache aufgefallen: Wechselt man die Orte beim Lesen oder ist man gar unterwegs, verknüpft das Gehirn scheinbar die Informationen mit der Umgebung und das Gelesene sackt direkt ein Stück tiefer ins Langzeitgedächtnis. Praktisch finde ich das. Nachmachen dringend empfohlen. Allerdings sollte man schon darauf achten, ob die Ampel grün ist oder man einem Laternenpfahl ausweichen muss. Wenn man in seiner kleinen Lesebubble ist, vergisst man das schnell mal.


Ich hätte Euch noch so viel zu erzählen,

aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

Habt noch einen schönen Montag und bleibt gesund!

Eure Stephy

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Warum ich das mit dem Schreiben mache? Weil diese Wörter aus mir raus purzeln und es doch irgendjemanden geben muss, der sie auffängt, bevor sie auf den harten Boden der Realität knallen.

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Wer sich gemüßigt fühlt, kann gerne meinen Künstler-Topf mit einem kleinen Obolus füllen. Er wird regelmäßig geleert. Gerne schreibe ich Euch, zu welchem kreativen Zweck sein Inhalt genutzt wurde. Zum Schluss möchte ich noch kurz auf die Kommentarfunktion hinweisen, die gerne benutzt werden kann. Mein Künstlerherz würde sich über Anregungen und Lob sehr freuen.

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